Blick über den Tellerrand  –  Globales Lernen in der Sportmittelschule

Durch Vermittlung von Frau Inge Sommer, der Vorsitzenden des Frauenbundes in Hauzenberg, kam Michael Röhm von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in die Sportmittelschule Hauzenberg. In drei Doppelstunden berichtete er von der der Arbeit seiner Organisation in unterschiedlichen Ländern des Südens. In der ersten Unterrichtseinheit in zwei 8. Klassen stand die Ordensfrau und Lepraärztin Dr. Ruth Pfau und ihr Kampf gegen die Lepra und andere Krankheiten der Armut in Pakistan im Mittelpunkt. Erstaunt hörten die Schüler, dass weltweit immer noch mehr als 200 000 Menschen jährlich neu an Lepra erkranken und dass, statistisch gesehen, alle 20 Sekunden irgendwo auf der Welt ein Mensch an Tuberkulose stirbt. Diese Krankheiten der Armut wären heute heilbar, wenn die Betroffenen rechtzeitig medizinisch behandelt würden.  In einer zweiten Doppelstunde mit Schülern aus den sechsten Klassen wurde zunächst die aktuelle Arbeit des Hilfswerkes in Äthiopien vorgestellt. Dieses Land gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und Familien müssen oft mit einem Euro am Tag auskommen. „Armut aber macht krank und Krankheit macht noch ärmer“, so Michael Röhm.  Anschließend konnten die Schüler auf einem 4 x 4 m großen Spielfeld das neu erworbene Wissen bei einem Würfelspiel mit Schlangen und Leitern beweisen und  aufsteigen oder absteigen. Die Zeit verging bei diesem außergewöhnlichen Unterricht wie im Fluge. In der letzten Doppelstunde mit Mädchen und Jungen aus den siebten Klassen stand wieder die Arbeit des DAHW in Äthiopien und das beeindruckende Leben und Wirken von Dr. Ruth Pfau im Blickpunkt. Mehr als 50 Jahre hat sie in Pakistan nach Leprakranken gesucht und ein eigenes Krankenhaus aufgebaut. Über 50 000 Patienten verdanken ihr das Leben.  Schüler und Lehrer waren berührt von den Schilderungen des Referenten, der auch selbst als Entwicklungshelfer in verschiedenen Ländern in Afrika und Asien arbeitete und auch aus eigener Erfahrung vom Kampf gegen Armut und Krankheit berichten konnte. Schulleiter Hans Simmerl dankte Michael Röhm für seinen Besuch und  verabschiedete ihn mit dem Versprechen, in naher Zukunft Aktionen an der Schule zu starten und die Arbeit der Hilfsorganisation in den Ländern der Dritten Welt zu unterstützen.

 

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Michael Röhm (5. Von links) sensibilisierte Schüler und Lehrer (hinten von links) Michaela Seibold, Helena Boxleitner, Inge Sommer, Hans Simmerl, Jan Kasmann und Eva Janos für die Situation von Menschen in fernen Ländern.