Schule – und dann? Sportmittelschüler stehen vor einem erfolgreichen Start ins Berufsleben

Die Schulzeit von 82 Schülerinnen und Schülern der Sportmittelschule neigt sich bald dem Ende zu. Sie haben es geschafft und fast alle werden mit dem Quali oder der Mittleren Reife die Schule abschließen.  Was mache ich dann? Will ich noch eine weiterführende Schule besuchen oder beginne ich mit einer Berufsausbildung? Diese Fragen wurden in den vergangenen Wochen immer drängender.  Das Angebot an Ausbildungsberufen ist groß und die Entscheidung will gut überlegt sein. Die Sportmittelschule versucht deshalb ihren Schülern Hilfen bei der Berufswahl anzubieten, damit sie sich für den Weg entscheiden können, der zu ihnen passt. Schon ab der 7. Klasse beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Berufsorientierung und Berufswahl. Bei einer Potentialanalyse und in den praktischen Fächern  Technik, Wirtschaft und Kommunikation und Ernährung und Soziales können sie erste Erfahrungen in den verschiedenen Berufsfeldern sammeln und sich ab der 8. Klasse auf einen berufsorientierenden Zweig spezialisieren. Im Rahmen des Unterrichts arbeiten sie in den Werkstätten der Ebiz in Passau, bei Schulprojekten gehen sie Handwerksmeistern zur Hand und sie absolvieren zwei einwöchige Pflichtpraktika in selbst ausgewählten Betrieben. Großen Anklang findet bei den Schülern immer das einwöchige „Camp“ in einer Jugendherberge, bei dem die Schüler durch Persönlichkeitstraining und rhetorische Schulung für ein sicheres Auftreten bei Bewerbungsgesprächen und im Alltag fit gemacht werden. Betriebsbesichtigungen, ein Schnuppertag an der Berufsschule und ein anspruchsvolles Programm, bei dem besonders die Teamfähigkeit und die körperliche Fitness trainiert werden, sind ein weiterer wichtiger Teil dieser Schulwoche. Bei den alljährlich stattfindenden Ausbildungsmessen in Hauzenberg und Passau können die Schülerinnen und Schüler schon erste Kontakte zu Ausbildungsbetrieben knüpfen. Dieser starke Praxisbezug soll ihnen den erfolgreichen Übergang ins Arbeits- und Berufsleben erleichtern und ist, zusammen mit den vielfältigen und anspruchsvollen Sportangeboten, ein  Teil des Schulprofils und ein Alleinstellungsmerkmal der Sportmittelschule.

 In Zeiten von Corona konnten leider nicht alle Maßnahmen zur Berufsorientierung durchgeführt werden. Umso wichtiger war deshalb eine enge Kooperation mit der Arbeitsagentur und dem Berufsberater Markus Holzinger. Bedingt durch die Corona-Pandemie und den Lockdown konnten die Beratungsgespräche in diesem Schuljahr nur digital, in Videositzungen und telefonisch durchgeführt werden.  Aber auch auf diesem noch ungewohnten Weg erhielten alle Abschlussschüler eine persönliche Beratung zur Berufswahl und Informationen über weiterführende Schulen. Je nach Bedarf werden die Schülerinnen und Schüler auch bis zur festen Einstellungszusage von Herrn Holzinger weiter betreut und begleitet. Er verweist darauf, dass sich der Ausbildungsmarkt in der Region bisher


sehr robust gezeigt hat und vor allem im Handwerk und in der Metall- und Kunststoffindustrie nach wie vor Ausbildungsplätze angeboten werden.  Auch in Pflege- und Erziehungsberufen und bei medizinischen Fachangestellten besteht noch Bedarf an Azubis. Sehr positiv bewertet der sehr engagierte Berufsberater der Sportmittelschüler das Sportprofil der Schule. „Für die körperliche und mentale Fitness leistet der Sport einen hervorragenden Beitrag.  Hier werden wichtige „Skills“ für die berufliche Ausbildung wie Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit antrainiert, von denen die Jugendlichen später sehr profitieren“, so Holzinger. 

Eine Umfrage unter den 82 Abschlussschülerinnen und -schülern hat jetzt gezeigt, dass fast alle bereits feste Zusagen von Ausbildungsbetrieben und weiterführenden Schulen in der Tasche haben. Vier Schülerinnen aus den M 10 Klassen haben sich für die Fachoberschule und weiterführende Schulen entschieden, einige Abschlussschüler der R 9 möchten nach einem sehr guten Quali noch in eine M-Klasse übertreten.  Alle anderen werden im Sommer mit einer beruflichen Ausbildung starten und vielleicht später noch einmal die Schulbank an der BOS oder in Meister- und Technikerkursen drücken. Selbst für ein Studium stehen ihnen dann noch die Türen offen.  Die Schüler aus den Abschlussklassen M 10 und R 9 haben sich auch in diesem Jahr wieder zum überwiegenden Teil für eine Ausbildung in technischen Berufen in der Industrie entschieden, als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Fertigungsmechaniker oder Fachinformatiker. 13 Schülerinnen und Schüler haben den Einstellungstest in der ZF erfolgreich absolviert und freuen sich auf den Beginn ihrer Ausbildung in der Lehrlingswerkstatt oder im Büro.  Aber auch von den örtlichen Firmen Edscha, Draxinger und A&W haben Schüler bereits feste Zusagen für einen Ausbildungsplatz bekommen. Ein Schüler wird eine Berufsausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbauer bei BMW in Dingolfing starten. Auch handwerkliche Ausbildungsberufe wie Schreiner, Maurer, Bäcker, Elektroniker, Zweiradmechatroniker, Kfz-Mechatroniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik wurden von den Sportmittelschülern gewählt.  Viele Mädchen haben sich für eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, zur Pflegefachfrau, Kauffrau für Büromanagement oder Kauffrau im Einzelhandel entschieden.

 

Nahezu alle Sportmittelschüler haben auch in diesem außergewöhnlichen Schuljahr wieder den gewünschten Ausbildungsplatz gefunden und verlassen die Schule im Sommer mit dem guten Gefühl, ich werde gebraucht und kann zeigen, was ich kann.