„Die Erlau erlau – fen“   - ein Jahresprojekt in der Sportmittelschule

Festmeter Holz, also das Volumen eines Baumes, berechnet wird: „Durchmesser x Durchmesser x Höhe des Baumes x 0,8.

Im Erlautal und der Donauleiten  ist heute auch wieder der Uhu beheimatet. Jäger Josef Nusser  kam mit Archimedes, einem Prachtexemplar von einem Uhu,  in die Sportmittelschule und informierte die Schüler der 5. und 6. Klassen über die Eigenschaften und die Lebensweise dieses klugen Tieres.  Bekannt war der Uhu den Kindern schon aus den Harry Potter Büchern, wo er als „Zauber-Eule“ für eine gruselige Stimmung sorgt. Allein seine großen und durchdringenden Augen faszinierten alle.  Als Dämmerungs- und Nachtjäger ist der Uhu kaum zu sehen. Seine Beute sind Nagetiere aber auch kleine Füchse, Hasen und Vögel. Durch seine große Flügelspannweite kann er nahezu lautlos über sein Jagdrevier gleiten. Der Uhu bleibt in seinem angestammten Revier und lebt mit seinem Partner und den Jungen zusammen, bis diese flügge sind, berichtete der Waidmann Sepp Nusser. Archimedes kam bereits als Jungvogel in seine Obhut. Da der Raubvogel nie in der freien Wildbahn gelebt hat, kann er nicht mehr ausgewildert werden. Geduldig ließ sich Archimedes zum Schluss noch von den Kindern über das Gefieder streicheln. Ein berührendes und unvergessliches Erlebnis für viele Kinder.

Die alljährliche Radwallfahrt zu Beginn des Schuljahres folgte heuer ebenfalls dem Lauf des Staffelbaches und der Erlau. Bis ins hohe Mittelalter waren hier die sonntäglichen Kirchgänger von Hauzenberg hinauf zur Mutterkirche in Kellberg unterwegs. Mehrere Mühlen am Weg zeugen noch von der einstigen Bedeutung des Flusses für die Wirtschaft und das Leben der heimischen Bevölkerung. Vorbei an der Kaindlmühle,


einer Station der einstigen Granitbahn, erreichten die Radler, geführt von Stephan Böhm, Peter Hartl und Hans Simmerl,  den Weiler Schmölz. Interessiert hörten sie, dass hier im Mittelalter das Eisen für die berühmten Passauer Wolfsklingen geschmolzen wurde. Davon zeugt noch der Name Schmölz.  Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die heimische Bevölkerung  war die  Papierfabrik, die hier bis Ende des 19. Jahrhunderts bestand und für viele Arbeitsplätze sorgte. Weithin sichtbar in Schmölz ist heute ein großes Sägewerk an der Erlau.  

Mit Kameras und Handys ausgerüstet machten sich die beiden M 9 Klassen mit ihren Lehrkräften Johannes Just und Markus Opitz, bei einer Wandertour durch das wildromantische Erlautal von Schmölz nach Erlau, auf die Suche nach  beeindruckenden Natur- und Landschaftsmotiven.  Im Unterricht wurden die  Aufnahmen später  vorgestellt, gemeinsam betrachtet und in einer Fotogalerie ausgestellt. Im Literaturunterricht  wurde dann in der „Gedichte -Werkstatt“ nach passenden Gedichten  zu den gelungenen Fotos aus dem Erlautal gesucht. Inspiriert von den Gedanken bekannter Dichter schrieben die Schülerinnen und Schüler dann selbst einige  Zeilen zu ihren Bildern und konnten dabei   ihren kreativen Gedanken freien Lauf lassen.

Auch das Fach Wirtschaft und Kommunikation mit ihrem Lehrer Alex Kinadeter beteiligte sich mit einem sehr kreativen Beitrag am Jahresprojekt. Aus den zahlreichen Fotos der  Klassen erstellte die Gruppe einen Flyer für ein Tourismusamt. Die Arbeit begann mit einer Planungsskizze. Anschließend wurden die Bilder am PC bearbeitet, das Layout im Textverarbeitungsprogramm erstellt und schließlich folgte der finale Druck mit Zuschnitt. Bei der abschließenden Präsentation beeindruckten die Schülerinnen mit sehr gelungenen Werbeprospekten für das wildromantische Erlautal.

Leider mussten wegen der Corona-Beschränkungen einige geplante Projekte verschoben werden, wie eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Sumida in Erlau. Mit der Granitindustie in Hauzenberg  und Graphit aus Kropfmühl wollen sich mehrere Klassen noch  im Geschichtsunterricht vor Ort  eingehend beschäftigen. Die drei M 10 Klassen möchten als ihren Projektbeitrag  die „Die Granitbahn von Hauzenberg nach Passau“ vorstellen und dazu  Zeitzeugen interviewen. Bei einer „Radtour ins Mittelalter“ im Sommer soll beim Edlhof  an die blutige Schlacht bei Erlau erinnert werden, die hier vor nunmehr 655 Jahren stattfand.  Gabi Oefele möchte ihre Kinder aus den 5. Klassen  zu meditativen Begegnungen und Betrachtungen am Fluß einladen, Marion Willeitner plant mit ihrer Klasse noch eine Schnitzeljagd mit GPS im Erlautal. Einen Kalender mit einem kleinen Naturführer wollen Monika und Susanne Berger am Ende dieses Schuljahres  erstellen und damit das   nachhaltige  Jahresprojekt  „Die Erlau er-laufen“ abschließen.   

Bild 1: Fototour im Erlautal der Klassen M 9 mit L Johannes Just (im Bild)

Bild 2 und 3: Flyer  - erstellt von Hala Alhazaa

 

Bild 4: E-Werk Saußbach    

Bild 5: Jäger Sepp Nusser mit Archimedes