„Im Land der Gastfreundschaft“ -  Jana Schmitt berichtet in der Sportmittelschule  von ihren Erfahrungen im Senegal

„Selig die Frieden stiften“ – unter diesem Leitwort steht der diesjährige Monat der Weltmission, der weltweit von den Katholiken gefeiert wird. Ziel ist es, aufzuklären über die Situation der Menschen in den Ländern der Dritten Welt und zur Solidarität mit ihnen aufzurufen. 2020 richtet das Hilfswerk „missio“ den Blick auf Westafrika. Dort, im Senegal,  hat Jana Schmitt aus Bamberg  knapp ein Jahr als Freiwillige an einer Schule gearbeitet.  Über ihre Eindrucke und Erfahrungen mit den Menschen vor Ort und was sie für ihr Leben in Deutschland mitgenommen hat, berichtete sie jetzt in zwei beeindruckenden Vorträgen in den 10. Klassen der Sportmittelschule.

Lange schon war es ihr Wunsch nach Afrika zu gehen und etwas über die Menschen dort, ihre Kultur und Geschichte zu erfahren. Gleich nach dem Abitur bewarb sie sich deshalb um eine Praktikantenstelle im westafrikanischen Land.  So kam sie nach Senegal, nach Thies, einer Großstadt mit 600 000 Einwohnern. Die katholische Kirche unterhält hier mehrere Kindergärten und Schulen, unter anderem auch das College von St. Gabriel, eine weiterführende Schule nach der 5. Klasse. Hier hat Jana gearbeitet. Ihre Aufgabe war es, den Deutschlehrer an der Schule zu unterstützen und selbständig Sprachkurse anzubieten. Nicht selten stand sie dabei vor 70 hochmotivierten Schülerinnen und Schülern. „Kreatives Arbeiten, Gruppenarbeit oder Schülerpräsentationen, wie ich es aus meiner Schulzeit gewohnt war, war so nicht möglich und ich musste mich auf den klassischen Frontalunterricht umstellen“, so die junge Lehrerin. In dieser Schule werden sowohl christliche als auch muslimische Schüler unterrichtet. Die Christen sind im Senegal nur eine sehr kleine Minderheit, das Land ist muslimisch geprägt. Jana Schmitt war beeindruckt vom Zusammenleben der Menschen mit verschiedenen Religionen. „Es ist geprägt von Respekt und Toleranz. Religion hat im Senegal, im Unterschied zu anderen Ländern, wirklich einen friedenstiftenden Einfluss und Charakter. Es könnte und sollte ein Vorbild sein für das Miteinander von Christen und Muslimen“, meint die  junge Praktikantin. Begeistert erzählte sie davon, wie christliche und muslimische Familien, die friedlich Tür an Tür leben, die religiösen Feiertage verbringen. „Es ist eine feste Tradition, dass den Nachbarn mit der anderen Religion vom Festmahl etwas abgegeben wird und auch sie so an der Feier teilhaben können“. Die überwältigende Gastfreundschaft, die sie als Deutsche hier überall erleben durfte, hat Jana tief beeindruckt. „Senegal nennt man „pays de terranga“, also „Land der Gastfreundschaft“. Ich habe es erlebt und kann das nur bestätigen.“ Dem Land geht es heute vergleichsweise gut, es herrschen Stabilität und Frieden. „Was die Frauen hier für den Unterhalt und das Wohl der Familien leisten,  kann man nicht hoch genug schätzen“, hat Jana oft selbst bewundernd erlebt. Die Corona-Pandemie mit ihren schlimmen wirtschaftlichen Folgen und besonders die Klimaveränderung werden die Menschen im Senegal aber schon bald vor sehr große Probleme und Herausforderungen stellen. „Hier ist auch unsere Solidarität gefordert und unser Beitrag für den Frieden“, so Jana Schmitt.

Schulleiter Hans Simmerl bedankte sich bei Jana Schmitt dafür, dass sie in spannenden 90 Minuten ein Stück Westafrika nach Hauzenberg geholt hat und die Schülerinnen und Schüler an ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben ließ. In den Dank schloss er auch Christine Krammer vom Referat Weltkirche des Bistums Passau ein,  für die Begleitung und Vermittlung der Referentin.

Bild 1: Jana (rechts) vor dem College St. Gabriel

Bild 2: mit Christine Krammer (links)