Sportmittelschüler auf Radwallfahrt nach Kellberg

Zu Beginn des neuen Schuljahres stand auch heuer wieder eine Wallfahrt auf Rädern auf dem Stundenplan der Sportmittelschule. 19 Schülerinnen und Schüler waren der Einladung ihrer Lehrkräfte Stephan Böhm, Peter Hartl und Hans Simmerl gefolgt und machten sich bei herrlichem spätsommerlichen Wetter auf den Weg zur Pfarrkirche St. Blasius in Kellberg. Die Tour verlief auf dem Weg, den bis ins späte Mittelalter die sonntäglichen Kirchgänger aus Hauzenberg zur Mutterkirche in Kellberg zurücklegen mussten. Entlang des Staffelbachs und der Erlau ging es nach Schmölz und von dort durch einen steilen und steinigen Waldweg hinauf nach Fattendorf und Kellberg. An vier Stationen machte die Gruppe halt. Am Wegkreuz bei Glotzing gedachte man der Schülerin Heidi Estermann aus Loifing, die hier im Februar 1962 auf dem Heimweg von der Schule im Staffelbach ertrank. Beeindruckt stand die gut gelaunte Schar etwas später unter der imposanten steinernen Eisenbahnbrücke und bewunderte das Werk, das italienische Baumeister und einheimische Steinhauer hier Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen haben.  Ein weiterer Halt war die Kapelle in Kaindlmühle. Werner Blum erzählte den Radpilgern, dass dieses Kleinod wohl schon im 19. Jahrhundert erbaut wurde und nach mehreren Renovierungen 1992 von Bischof Antonius dem Heiligen Franziskus geweiht wurde. In der Kapelle befindet sich ein sehenswertes Bild des Passauer Malers Friedrich Brunner. Es zeigt Christus, der auf dem Querbalken des Kreuzes sitzt und fassungslos auf das schaut, was aus der Schöpfung geworden ist. Nun ging es für die sportliche Gruppe auf einem landschaftlich ungemein reizvollen Weg, vorbei an der einstiegen Bahnstation Kaindlmühle und entlang der Erlau nach Schmölz.  Einst wurde hier das Eisenerz für die bekannten und geschätzten Passauer Wolfsklingen geschmolzen. Davon zeugt heute noch der Name des Ortes. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts stand hier auch eine florierende Papierfabrik. Die Kapelle des Heiligen Martin auf der ausgesetzten Anhöhe, die einen herrlichem Blick auf das Erlautal gestattet, ließ der Besitzer der Papierfabrik im Jahre 1869 errichten. Für die Renovierung dieses schönen Zeugnisses christlichen Glaubens in unserer Heimat sorgt seit 1992 ein eigener Verein, der sich den Erhalt der Kapelle zum Ziel gesetzt hat. Nach dem anspruchsvollen und herausfordernden Aufstieg nach Fattendorf hatten die Radwallfahrer bereits das Ziel, die Pfarrkirche in Kellberg, vor Augen. Dort wurden sie bereits von Pfarrer Alois Anetzeder erwartet. Sichtlich wohl nahmen die verschwitzten Radler 


in der Kirche Platz und genossen die interessante und kurzweilige Führung durch die Kirche durch den Geistlichen.  Mit dem Gebet „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, einem gemeinsamen „Vaterunser“ und dem Pilgersegen kam die Schülerwallfahrt zu ihrem Höhepunkt und Abschluss.  Nach der wohlverdienten Pause und einer leiblichen Stärkung, ging es dann auf dem gleichen Weg wieder die 15 km zurück nach Hauzenberg.  Alle Radwallfahrer waren sich einig, dass das erfahrene Miteinander und das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe,  die beeindruckenden Naturbilder und -erfahrungen im Staffelbach- und Erlautal, die Begegnung mit Menschen und die spirituellen Erfahrungen  bleibende Eindrücke über den Schultag hinaus hinterlassen haben.