Integration findet im Klassenzimmer statt

Lidl-Kunden spenden für Schüler mit Migrationshintergrund an der Sportmittelschule

 

Dank der Spendenfreudigkeit von Lidl-Kunden, die das Pfand von Leergut für die Tafeln spenden, kann der Lebensmittelkonzern jährlich über eine Million Euro für die Tafeln und für soziale Projekte im Bereich Kinder und Jugendliche zur Verfügung stellen. Auch ein Antrag der Hauzenberger Tafel für ein Integrationsprojekt für Kinder mit Migrationshintergrund an der Sportmittelschule kam so in den  Genuss einer Förderung von stattlichen 9650 Euro. „Dafür sind wir Lidl und seinen Kunden zu großem Dank verpflichtet und Josef Grabmann, der sich für dieses Projekt besonders stark gemacht hat“,  so Schulleiter Hans Simmerl.

Mehr als 50 Kinder und Jugendliche aus fremden Ländern besuchen aktuell die Sportmittelschule. Sie haben mit ihren Eltern ihre Heimatländer verlassen, weil dort Krieg herrscht oder weil sie dort diskriminiert und verfolgt wurden. Zunehmend melden sich aber auch Kinder aus Südosteuropa, aus Ungarn, Kroatien oder Bosnien, an der Schule an. Ihre Eltern haben in Hauzenberg und Umgebung eine Arbeitsstelle gefunden und sich hier niedergelassen. Die allermeisten von ihnen sprechen nicht oder nur sehr schlecht Deutsch. Hauptziel des geförderten Schulprojektes ist deshalb der schnelle und gründliche Erwerb der deutschen Sprache. Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration und hilft den Kindern in ihrer neuen Heimat anzukommen. Nur so kann eine reibungslose Integration in die Schule gelingen und später in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, so Simmerl.

 


Die neu ankommenden Schüler werden von den DaZ-Lehrkräften (Deutsch als Zweitsprache) nach ihren Sprachkenntnissen in differenzierten Kleingruppen, täglich 2 Stunden,  unterrichtet. Um eine Ghettobildung zu vermeiden, bleiben sie ansonsten im Klassenverband. Von den Klassenkameraden werden sie gut angenommen. Dank der Fördergelder von Lidl konnte mit Herrn Hans Schätzl ein zusätzlicher Mitarbeiter mit 10 Unterrichtsstunden für die Sprach- und Integrationskurse eingestellt werden. Der Schwerpunkt in diesen Kursen liegt zunächst im mündlichen Sprachgebrauch, später wird auch das sinnerfassende Lesen und Schreiben intensiv geübt. Großen und sehr erfreulichen Zuspruch fand auch ein Ferienkurs, der in der Schule für Kinder mit Migrationshintergrund angeboten wurde.

 

Die Corona-Pandemie war auch für den Sprachkurs eine große Herausforderung, denn das Sprachenlernen braucht besonders  regelmäßigen Kontakt und Übung mit dem Lehrer.  In Videokonferenzen am Nachmittag treffen sich jetzt die Lerngruppen immer wieder und hier erhalten sie auch das nötige Lern- und Arbeitsmaterial.  Dass sich dieser Einsatz der Lehrkräfte lohnt, beweisen die schulischen Leistungen und Abschlüsse der Kinder und Jugendlichen. Viele haben bereits  in den vergangenen Jahren die Sportmittelschule mit einem erfolgreichen Mittelschulabschluss oder dem Quali absolviert, einige sogar mit der Mittleren Reife. Diese Erfolgsbilanz ist nicht zuletzt auch dem Projekt der Tafel geschuldet, das sich seit nunmehr drei Jahren an der Sportmittelschule bewährt hat. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Kinder, die bei uns in Hauzenberg ankommen, optimal zu integrieren aus menschlichen aber auch ökonomischen Gründen. In vielen Berufen brauchen wir sie dringend. Die Schule muss sich darum kümmern, dass die Kinder ausbildungsfähig sind und nicht in einer „Hartz-IV-Karriere“ landen, so der Schulleiter.