Zum 150. Todestages von Adalbert Stifter

Sport-Mittelschüler mit dem Mountainbike auf Spurensuche

 

Die ersten Schulwochen an der Sport-Mittelschule Hauzenberg laufen wie jedes Jahr ab, der Stundenplan wird getestet kleine Änderungen vorgenommen. Zur Tradition gehört es mittlerweile auch im Rahmen des Differenzierten Sportunterrichts die Wahlfahrt nach Wollaberg. Heuer jedoch haben sich die Organisatoren Hans Simmerl, Stefan Böhm u. Peter Hartl für eine Exkursion „Auf den Spuren von Adalbert Sifter“ zum 150. Todestages des Dichters mit dem Mountainbike entschieden.

 

Ausgangspunkt für die Spurensuche war diesmal Schöneben am Hochficht. Mit einem Kleinbus mit Anhänger auf dem die Räder transportiert wurden brachte Max Korne Lehrer an der SMS die Schüler und Lehrer sicher zum Starpunkt. Erstes Zeil sollte die Ruine der Burg Vítkův hrádek diese  befindet sich zwischen dem Moldaustausee im Norden und der Staatsgrenze zu Österreich im Süden auf dem Gipfel des Vítkův Kámen (1035 m) im Landschaftsschutzgebiet Sumava im Böhmerwald. Im Jahre 2006 wurde in der Burgruine eine Aussichtsplattform eröffnet, die einen weiten Rundblick nach Tschechien und Österreich ermöglicht. Um die Burg und die Umgebung spielt Adalbert Stifters Erzählung Der Hochwald. Sein historischer Roman Witiko beginnt mit der Burg Wittinghausen, die er im Roman als „Burg Witikohaus“ errichten lässt. Rektor Hans Simmerl schilderte den Schüler mit eindrucksvollen Erzählungen von Vorgängen auf der Burg und den Zusammenhängen mit den Werken von Adalbert Stifter.

 

Über die ehemaligen Grenzstraßen des technischen Militärs ging es zum Anlegesteg der Fähre nach Oberplan. Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 als ältester Sohn des zunächst als Leinweber und später als Garnhändler tätigen Johann Stifter und dessen Frau Magdalena (geb. Friepes) in Oberplan an der Moldau (Böhmerwald) (heute Horni Plana/Tschechien) geboren. Nach einer kurzen Rast auf dem Marktplatz von Oberplan radelte die Gruppe zum Denkmal des berühmten Sohnes der Stadt, das 1906 feierlich enthüllte wurde. Ein Rundweg, den Adalbert Stifter gerne gegangen ist, führte die Gruppe nun zum Geburtshaus des großen Dichters.

 

Mit der Fähre ging es wider zurück an das andere Ufer. Nun galt es nochmal 300 Höhenmeter bis zum Ausgangspunkt zu bewältigen. Bei einer kurzen Rast berichtete Hans Simmerl über die Geschichte des Ortes Glöckelberg. 1945 kam der Ort wieder zur Tschechoslowakei und die meisten Bewohner wurden vertrieben. Nach dem Beginn des Kalten Krieges wurden wegen der unmittelbaren Grenznähe die Bewohner zwangsausgesiedelt und das Dorf bis auf die Kirche geschleift. Einer Vielzahl ehemaliger Bewohner und Gönner ist es zu verdanken, dass die Kirche und der Friedhof 1990 wieder renoviert wurden. Nach 65 Km, 936 Höhenmeter und 7 ½ Stunden Gesamtzeit, erreichte die Gruppe den Ausgangspunkt Schöneben dem Anfang und das Ende der Spurensuche des Schriftstellers, Malers und Pädagogen Adalbert Stifter.